Das Geheimnis der Prävention

In den 70er Jahren wurde eine epidemiologische Studie von Burkitt und Trowell* durchgeführt. Sie stellten fest, dass Afrikaner, die sich ballaststoffreich ernähren, erheblich seltener an manchen Zivilisationskrankheiten erkranken als Europäer und Amerikaner unter ballaststoffarmer Kost. Dadurch kam es zu der Überzeugung, dass eine ballaststoffreiche Kost gesundheitsförderlich ist und der Vorbeugung von folgenden Krankheiten dient:

 

  • Darmträgheit und Verstopfung: Im Darm wird durch die unverdaulichen Ballaststoffe das Stuhlvolumen erhöht, wodurch der Druck auf die Darmwand größer wird und die Darmarbeit zunimmt. Verstopfungen haben keine Chance mehr. Der Stuhl wird schnell weiter transportiert und ausgeschieden.
  • Hämmorrhoiden: Infolge der weicheren Beschaffenheit des Stuhlgangs und der leichteren Entleerung kommt es seltener zu Hämorrhoiden.
  • Divertikulose/Divertikulitis: Divertikulose ist eine typische Folge der länger anhaltenden Obstipation und eines chronischen Ballaststoffmangels. Je größer das Stuhlvolumen, umso schneller passiert der Dickdarminhalt und umso weniger wahrscheinlich ist eine Verstopfung und Divertikulose.
  • Colitis ulcerosa und Morbus Crohn: Ballaststoffe können die Zusammensetzung der Darmflora verbessern und dadurch ist eine günstige Beeinflussung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn diskutiert worden.
  • Darmkrebs: In der wissenschaftlichen Forschung wird davon ausgegangen, dass das Darmkrebsrisiko vor allem von der Ernährungsweise abhängig ist. Bis jetzt ist jedoch noch nicht restlos geklärt, welche Ernährungsbestandteile hierfür verantwortlich sind. Den Ballaststoffen wird in diversen Studien nachgesagt, dass diese einen vor Darmkrebs schützenden Effekt haben. Es wird vermutet, dass die Beschleunigung der Darmpassage durch ballaststoffreiche Kost dazu führt, dass mögliche krebserregende Stoffe im Nahrungsbrei nur kurz auf die Darmwand einwirken, und dass dadurch das Krebsrisiko sinkt.
  • Reizdarmsyndrom: Die Beschwerden mit Schmerzen, Blähungen, Schleimabgang und Verstopfung sprechen häufig auf Ballaststoffe gut an. In vielen Fällen kann die Neigung zu Verstopfung und Durchfall gemildert werden.
  • Koronare Herzkrankheit und Diabetes: Durch ihre vielfältigen chemischen Wirkungen im Darm, wie die Fähigkeit zur Bindung von schädlichen Eiweißstoffen und anderen Substanzen, können Ballaststoffe auch Gefäßablagerungen reduzieren, den Blutzucker- und Cholesterinspiegel regulieren und damit das Risiko senken, an Altersdiabetes oder Arteriosklerose zu erkranken bzw. einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.
  • Gallensteinleiden: Es gibt Hinweise darauf, dass eine ballaststoffreiche Kost durch das Binden von Cholesterin das Risiko für cholesterinhaltige Gallensteine reduziert.
  • Übergewicht: Ballaststoffe erleichtern das Schlankwerden indem sie zum gründlichen Kauen anregen, das Sättigungsgefühl fördern und Fette der Nahrung binden, die so nicht aufgenommen werden.
  • Zahnkaries: Durch eine ballaststoffreiche Ernährung wird das Kauen angeregt, das Zahnfleisch massiert und der Speichelfluss erhöht. Dadurch werden die Zähne gereinigt, vor Säure und somit vor Zahnschmelzabbau und Karies geschützt. Ballaststoffreiche Lebensmittel enthalten auch langsam aufgeschlossene Kohlenhydrate, die im Mund weniger Zuckerstoffe für Bakterien zur Verfügung stellen. Auch dies dient der Kariesprophylaxe.

* Burkitt, DP., Trowell, HC. Dietary fibre and western diseases. Ir Med J. 1977 Jun 18;70(9):272-7.